Und da bin ich auch schon wieder mit einem weiteren Anime Review für euch 🙂

Heute geht es um Trinity Blood, der in Japan bereits 2005 im TV ausgestrahlt wurde. Jetzt ist er auch endlich bei uns in einer Komplettbox von nipponart entweder auf DVD oder Blu-Ray erhältlich. Die Serie umfasst 24 Episoden und basiert auf dem gleichnamigen Novel von Yoshida Sunao. Auch eine Manga-Adaption wurde veröffentlicht, die bei uns von Panini auf den Markt kam. Leider bin ich nie in den Genuss von letzterem gekommen, da ein Preis von 8,99€ pro Band zur damaligen Zeit, als Manga grundsätzlich noch für 5€ zu haben waren, einfach komplett den Rahmen sprengte.

Aber, heute geht es ja um den Anime. Also los geht’s:

 

Die Story:

500 Jahre sind seit dem letzten Weltkrieg vergangen und die Erde ist in zwei Lager gespalten. Vampire stehen der Menschheit gegenüber und ein erneuter Krieg steht kurz bevor. Der Vatikan bildet mit seiner Armee das letzte Bollwerk gegen diese übermächtige Bedrohung und seine größte Geheimwaffe ist Abel Nightroad – ein Vampir, der sich von Vampiren ernährt.

 

Die Charaktere:

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Abel Nightroad ist unser liebenswürdiger Hauptcharakter. Ein bisschen schusselig, immer hungrig, gleichzeitig aber ständig komplett abgebrannt. Sein Charakter hat unglaubliche Ähnlichkeit mit einem gewissen Hauptcharakter aus Trigun. Teilweise sind die Parallelen so auffällig, dass man sich schon fragt, ob da vom guten Nightow-sensei abgeschaut wurde. Wie dem auch sei, Abel ist ein rundum gutherziger Kerl. Sauer erleben will man ihn aber nun wirklich nicht. Denn so wirklich menschlich ist der Gute nicht. Das hat etwas mit einer gewissen Marsexpedition zu tun, auf die ich hier nicht genauer eingehen werde. 1. Will ich nicht zu viel verraten und 2. Versteh ich das Ganze auch noch nicht so wirklich. Auf jeden Fall wurden Abel als Kind Nanomaschinen injiziert, die ihn zu einem Kresnik machten. Simpel ausgedrückt ist er ein Vampir der sich vom Blut der Vampire ernährt.

 

02Abel gehört zur Abteilung AX des Vatikans, die sich mit allerlei Problemen herumschlägt wenn es um das Thema Koexistenz zwischen Menschen und Vampiren geht. Hier tummeln sich allerlei Charaktere, angefangen vom Papst selbst – ein eher weinerlicher Junge ohne Rückgrat, der von 2 herrschenden Parteien hin und her geschubst wird. Auf der einen Seite haben wir Caterina Sforza, die auf eine Koexistenz zwischen den zwei Spezies hinarbeitet und auf der anderen Seite haben wir Francesco di Medici, der im Grunde mit Militärgewalt einfach alles niedermähen will, was mit V anfängt und mit ampire aufhört.

Wichtigster AX Charakter nach Abel ist dann wohl Esther Blanchett, die rothaarige Schwester, die zuerst vom Durst nach Rache getrieben wird, aufgrund der Ereignisse verändert sich diese Einstellung jedoch langsam.

 

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Dem Vatikan entgegen stehen nicht etwa nur die Vampire, sondern eine Organisation die sich selbst als Feind der Welt bezeichnet – der Rosenkreuz Orden. Von diesem Orden kommen im Anime selbst jedoch nur zwei Charaktere vor die im Hintergrund die Fäden ziehen (teilweise kann man das sogar wörtlich nehmen) und immer wieder für Unruhe stiften. Links sehen wir Isaak und rechts Dietrich.

 

 

 

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Das ist aber noch längst nicht alles, denn dieser Rosenkreuz Orden selbst wird gelenkt von niemand geringerem als Kain. Na? Habt ihr die Trigun-Parallele entdeckt? Natürlich ist Kain der Bruder von Abel und würde gern die Welt brennen sehen, während Abel seine Hoffnung in die Menschheit setzt. Wie man unschwer erkennen kann, können sich die beiden nicht wirklich leiden.

 

 

 

Die Story an sich kommt langsam ins Rollen. Die Geschichten sind jeweils in ein oder zwei Episoden abgeschlossen, die Charaktere werden vorgestellt und man bekommt langsam einen guten Überblick darüber, wie die Welt von Trinity Blood funktioniert. So wird z. B. schnell klar, dass die Einzelfälle mit denen sich die AX Einheit auseinandersetzen müssen immer auf einen gemeinsamen Nenner kommen – den Rosenkreuz Orden. Immer wieder tauchen die Charaktere dieser Organisation auf um sich als Übeltäter hinter der ganzen Misere herauszustellen. In der zweiten Hälfte der Serie werden die Archs dann immer länger und ausführlicher bis es dann schließlich zum ultimativen Endkampf zwischen Vatikan und Orden – zwischen Abel und Kain – geht. Das Ende schließt mit den meisten Handlungssträngen ab, einer bleibt jedoch offen (welcher, das verrate ich nicht), was aber nicht wirklich einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. An sich kann man den Anime als in sich abgeschlossen betrachten.

 

Im Nachhinein muss ich aber schon sagen, dass ein klein wenig anderes Pacing oder mehr Episoden Trinity Blood sehr gut getan hätten. Die Vergangenheit von Abel wird kaum beleuchtet; man bekommt gerade so viel Bröckchen Story hingeschmissen, dass man das Gefühl hat die Sache so ungefähr zu verstehen, aber irgendwie hat man trotzdem immer ein Fragezeichen über dem Kopf. Die einzelnen Handlungen sind gut ausgearbeitet und tragen zum Hauptstory-Strang bei. Nichts fühlt sich überflüssig an und mir persönlich hat auch sehr gut gefallen, dass zum Schluss auch wieder einzelne Charaktere von früheren Ereignissen mit eingebaut werden, die durchaus auch Einfluss auf den weiteren Verlauf der Geschichte nehmen.

 

Ob das Pacing stört oder nicht ist wohl Ansichtssache. Mir persönlich gingen die einzelnen Szenen immer einen Ticken zu langsam, aber gerade so viel, dass ich nie richtig in die Story eintauchen und mitfiebern konnte. Das Erzähltempo hätte hier meiner Meinung nach ruhig etwas angezogen werden können.

 

Allgemein ist Trinity Blood eine sehr düstere und tragische Geschichte, die durch die dunkle Farbpalette und den Soundtrack sehr gut rübergebracht wurde. Für mich ist er allein deshalb schon ein Muss, weil das Charakter Design von Atsuko Nakajima stammt, ich diesen Stil einfach vergöttere und ich sowieso alles aufsauge wie ein Schwamm, was ihre Handschrift – oder besser gesagt ihren Pinselstrich – trägt.

 

Zeichnungs- und Animationsqualität – da muss man realistisch sein – ist jedoch für einen standard Anime dieser Zeit typisch durchwachsen. Die Zeichnungen rangieren von God-tier und Da-muss-ich-mir-jetzt-den-Sabber-abwischen zu Wow-da-standen-sie-wohl-unter-Zeitdruck oder Da-hat-das-Budget-wohl-nicht-mehr-gereicht. Die Animationen sind größtenteils veraltet. Die CGI jedoch fügt sich gut ins Gesamtbild ein und stört relativ wenig. Auch deshalb, da sie eigentlich fast ausschließlich für die Schiffe verwendet wird, die nicht allzu oft vorkommen.

 

Fantasy-Fans, Vampir-Fans, Fans von Düsterem und von Atsuko Nakajima kann ich den Anime aber wärmstens empfehlen. Ich selbst habe ihn zur japanischen Ausstrahlung bereits einmal gesehen und fand ihn damals absolut klasse, jetzt beim zweiten Mal als alte Frau sehe ich das etwas kritischer. Von daher spricht das Setting wohl Teenager am meisten an.

 

Nun zur Veröffentlichung von nipponart:

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Ob sich die Blu-Ray Variante bei Trinity Blood lohnt muss ich an dieser Stelle leider, leider stark bezweifeln. Auf der ersten Blu-Ray sind die Charaktere selbst noch deutlich nachbearbeitet und gestochen scharf, spätestens ab der zweiten Blu-Ray ist mit ‚gestochen scharf‘ aber eindeutig Schluss. Ich bin natürlich kein Experte was die technischen Prozesse des Nachbearbeitens von älteren Anime-Serien angeht. Deswegen nehme ich einfach mal an, dass sich das ursprüngliche Material einfach nicht zur Nachbearbeitung auf Blu-Ray Qualität eignete. Trotzdem muss man sich dann aber die Frage stellen, warum dann überhaupt eine Variante auf Blu-Ray angeboten wird, wenn es einfach nicht nach Blu-Ray aussieht. Bei der zweiten Disk habe ich tatsächlich kurzzeitig gestoppt und überprüft, ob da nicht aus Versehen die DVD ins Digipak gerutscht ist. Sehr, sehr schade. Vor allem weil der düstere Stil von Trinity Blood mit teils sehr hohen Kontrasten und Gammawerten und gleichzeitig hochskaliertem Bild auf einem etwas größerem Fernseher zu erheblichen Problemen führt. So hat man die meiste Zeit eigentlich das Gefühl, den Anime durch eine Milchglasscheibe zu betrachten, was zumindest für mich und meine Augen unglaublich anstrengend war. Die DVD Version ist an dieser Stelle dann wohl wirklich die bessere Wahl.

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Nun aber zur Aufmachung:

Gesamtbox-typisch mit Digipak im Schuber und leider auch nipponart-typisch mit Extras ohne Befestigungsmöglichkeit ins Digipak eingeklemmt. Damit muss man sich wahrscheinlich einfach abfinden; ist aber auch nicht so schlimm wenn man beim Aufklappen ein bisschen aufpasst.

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Das Artwork auf den Disks und dem Digipak ist eine wahre Augenweide. Da bin ich wohl stiltechnisch auch voreingenommen, aber ich find’s nunmal wunderschön! Auch der Hintergrund zum Artwork ist absolut passend gewählt und spiegelt die Grundstimmung des Anime perfekt wider.

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Als Extra gibt es dann – nein, keine Postkarte – sondern einen Postkarten-großen Sticker und ein Booklet mit Charakterinformationen und Interviews.

ACHTUNG! WICHTIG! Lest auf KEINEN FALL das Booklet wenn ihr den Anime noch nicht gesehen habt. Auf gut Deutsch spoilt euch das die Hucke voll. NACH dem Anime bieten die Charakterbeschreibungen aber durchaus einen sehr guten und auch tieferen Einblick in die Welt von Trinity Blood und dessen Charaktere. Teilweise werden Dinge im Booklet besser und ausführlicher erklärt als im Anime selbst. Ein richtig gutes Extra.

 

Das war’s an dieser Stelle auch schon wieder von mir. Ich hoffe ich habe euch nicht allzu sehr vergrault und auch genug Positives geschrieben. Habt ihr bereits diese Gesamtbox? Was ist eure Meinung dazu?

Für diejenigen, die noch nicht in den Genuss gekommen sind aber die Trinity Blood gerne einmal sehen würden:

Hier gibt es die DVD Box

Und hier die Blu-Ray Box

 

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an nipponart für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

 

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