Der Spaghetti-Western ist zurück!

12 Jahre nach der TV-Veröffentlichung von Yasuhiro Nightow’s Mangawerk dürfen wir uns nun an einem Film erfreuen. An dieser Stelle von mir ein persönlicher digitaler Stinkefinger an Carlsen Comics, die damals den Manga nach ganzen 4 Bänden abgesetzt und niemals fortgeführt haben :< Aber Spaß beiseite: Wer den Manga in seiner vollen Pracht erlesen und des Englischen mächtig ist, dem empfehle ich die 3-in-1 Omnibus-Ausgaben von Dark Horse. Dieses Jahr zugelegt, durchgesuchtet und nun musste natürlich auch einmal wieder etwas Animiertes her: Trigun – Badlands Rumble!

Zur Story:

Eigentlich wollte er doch nur seinen Donut retten! Stattdessen bewahrt der „humanoide Taifun“ Vash the Stampede den Bankräuber Gasback davor, von seinen eigenen Komplizen erschossen zu werden. Viele Jahre später treffen die beiden in Macca City erneut aufeinander. Gasback will sich dort an jemandem rächen. Vash dagegen kommt mit zahllosen Kopfgeldjägern in die Stadt, die es alle auf den großen Bankräuber abgesehen haben. Besonders Amelia kann es kaum erwarten, Gasback endlich das Handwerk zu legen. Doch auch sie kann nicht verhindern, dass der Stadt ein verhängnisvoller Raub bevorsteht. Hätte Vash diesem Ganoven bloß nie das Leben gerettet!

Erst einmal die Eckdaten:

Studio Madhouse. Ende. Nein, Witz. Aber mehr muss ich da wohl auch nicht dazu sagen.

Sehr positiv hat mich überrascht, dass nicht wie gewohnt nur deutscher und japanischer Dub, sowie deutsche Untertitel zur Verfügung gestellt wurden, sondern tatsächlich auch die englische Dub UND englische Untertitel. Da japanische Dub und englischer Sub meine Lieblingskombo ist, dürft ihr jetzt 3 Mal raten in welcher Kombination ich diesen Streifen genossen habe 😀

(Kleiner aber feiner Unterschied: Deutsche Untertitel -> Garstig-Gelb; englische Untertitel -> Wunderschön-Weiß)

Was die japanische und deutsche Dub angeht, trumpft der Film mit den Originalsprechern der TV-Serie auf.

 

Der Character-Cast besteht erfreulicherweise aus den üblichen Verdächtigen:

Vash, Wolfwood, Meryl und Milly sind wieder mit am Start und die Cameos von Kuroneko muss man auch nicht vermissen.

Auch die neuen Charaktere sind in keinster Weise nur Platzhalter um die Story voranzutreiben. Gasback und Amelia sind durch und durch ausgefleischtes Hauptcharakter-Material.

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Vor allem Amelia hat mir sehr gut gefallen, da sie endlich mal komplett aus dem „Weibliche Hauptcharaktere müssen niedlich, verträumt und zu nichts zu gebrauchen sein. Hauptsache sie sind niedlich!“-Raster fällt. Sie wirkt um einiges älter als es tatsächlich der Fall ist, weiss mit einer Waffe umzugehen, kann sich aber dennoch auch ohne bestens zur Wehr setzen. Kein Wunder, dass Vash sie auf Schritt und Tritt verfolgt – und dafür auch kräftig Prügel kassiert. Hintergrundstory, Beweggründe, Charakterentwicklung, Sympathie – bei Amelia stimmt alles (Einmal ganz abgesehen von der top Synchro-Besetzung durch Sakamoto Maaya).

 

 

Story-technisch bleibt eigentlich auch nichts zu wünschen übrig:

Sci-Fi Elemente mit Western-Genre in einen Topf gegeben, kräftig umgerührt und das Ganze dann abgeschmeckt mit einer Prise Chaos und Wahnsinn, abgedrehten Designs und Comedy.

Die CGI-Elemente passen hier unglaublich gut zum Gesamtbild und wirken keinesfalls Fehl am Platz. Wilde Verfolgungsjagden, Prügeleien in der Bar, Badlands Rumble hat tatsächlich alles was man sich für einen Western – und was man sich vor allem für Trigun – wünscht. Der Film hat durchaus auch seine traurigen und nachdenklichen Momente, auf das komplette apokalyptische Drama des Mangas wurde aber verzichtet. Bei der Produktion wurde viel Wert darauf gelegt, dass sowohl eingefleischte Fans, als auch Trigun-Neulinge unterhalten werden. Und meiner Meinung nach wurde dieses Ziel voll und ganz erreicht.

Denn Unterhaltung ist Trigun – Badlands Rumble durch und durch. Egal welche Szene, man hat immer Unmengen zu entdecken. Nicht nur die Umgebungen sind detailverliebt gestaltet, auch die Stadt selbst könnte nicht mehr vor Leben strotzen. Die „Statisten“ sind größtenteils so durch-designt, dass man von jedem erwarten könnte, aktiv Teil der Geschichte zu werden.

 

Man merkt es vielleicht: Ich schreibe dieses Review am gleichen Tag an dem ich auch den Film gesehen habe und ich bin auch noch ganz beflügelt haha Normalerweise schreibe ich ja tatsächlich immer wenn mir etwas nicht gepasst hat, aber in dieses Mal ist das einfach nicht der Fall. Ich bin mit diesem Blu-Ray Release rundum glücklich.

Der einzige Kritikpunkt wäre dann mal wieder wohl der Preis, der viele abschrecken wird. Aber um das mal so gut es geht zu annullieren: Ihr bekommt einen absolut fantastischen 90-minütigen Film mit japanischer, deutscher und englischer Dub, mit deutschen und englischen Untertitel auf satten 1920x1080p UND das Bonusmaterial:

Fangen wir damit von vorne an: Die Blu-ray bekommt schon einmal einen Pluspunkt für das Wendecover ohne FSK-Angabe.

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Dazu bekommt ihr noch ein kleines Booklet mit Bildern, Charaktervorstellungen, einer Liste aller Beteiligten und Zusatzinformationen zur Produktion.

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Obendrauf gibt es dann noch ein Poster (ca 48x30cm)

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UND eine DVD vollgestopft mit Bonusmaterial. 125 Minuten insgesamt. Diese beinhalten ausführliche Interviews sowohl mit der Hauptcast der japanischen Synchronsprecher als auch mit den Machern (Nightow ist auch mit von der Partie), ein Making-of und diverse Premieren.

Also wenn das kein Grund mehr ist, um auf diese Links zu klicken:

Blu-Ray

DVD

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an kazé für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

 

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