Sengoku-jidai – die Sengoku-Zeit. Die Periode von 1477-1573 der japanischen Geschichte, die wohl zu den ereignisreichsten gehört. In ca. 200 verschiedene Territorien war das Reich damals aufgeteilt und die großen Daimyos der Zeit versuchten die alleinige Herrschaft zu erlangen. Das Land war vom Krieg gebeutelt. In dieser Zeit ist auch der Anime des heutigen Reviews angesiedelt.

Dabei könnte Sengoku Basara wohl als die größte Versaubeutelung der Geschichte angesehen werden. Ursprünglich als Videospielserie von Capcom hat Sengoku Basara auch den Sprung in andere Medien geschafft. So entstanden unter anderem diverse Manga und auch die TV-Serie.

 

Die Story:

Im Japan der Sengoku-Periode – einer Zeit, die von Kriegern und Kämpften bestimmt ist – treffen zwei junge Samurai aufeinander. Date Masamune, Herrscher der nördlichen Provinzen und Sanada Yukimura, ergebener Schüler Takeda Shingens, messen sich in einem fulminanten Kampf, der keinen Sieger hervorbringen kann. Aus dem „Unentschieden“ heraus entwickelt sich eine unbändige Rivalität. Doch als der skrupellose Dämonenkönig Oda Nobunaga – welcher zum alleinigen Herrscher der Welt aufsteigen will – nach der Macht im Land greift, müssen sie sich zusammentun. Können sie den Nobunaga Clan mit vereinten Kräften besiegen?

 

Die Charaktere:

Date.Masamune.(Sengoku.Basara).full.984977Date Masamune wurde beim deutschen Release lustigerweise fast zum alleinigen Hauptcharakter erkoren. Das Booklet befasst sich eigentlich fast nur mit ihm. Mir soll es recht sein, da ich sowieso zu Team Date gehöre 😀 Oshus Nummer 1, der einäugige Drache, so wird der junge Herr auch genannt. Obwohl er ein zügelloser Kämpfer ist, zeigt er auch ein gehöriges strategisches Denkvermögen. Zusammen mit seiner Streitkraft und seinem „rechten Auge“ Katakura Kojuro ist es sein Ziel, Japan zu erobern und als alleiniger Herrscher an der Spitze zu stehen. Sein Markenzeichen sind seine Augenklappe, der Helm mit der Mondsichel und seine 6 Schwerter. Ja, 6 Schwerter, die nebenbei bemerkt auch alle zeitgleich zum Einsatz kommen können. Kein Wunder also, dass Date Masamune von Nakai Kazuya synchronisiert wird, der wohl am bekanntesten für seine Sprechrolle von Zoro aus One Piece sein dürfte.Sanada.Yukimura.(Sengoku.Basara).full.1005108

Sanada Yukimura ist ergebener Anhänger und Schüler Takeda Shingens. Als treuer Ergebener des Tigers von Kai wird er gerne auch mal Junger Tiger genannt. Er fungiert in der Serie als Erzrivale von Date Masamune. Ein fairer Kampf zwischen den beiden ist Yukis größter Wunsch, gleich nach dem Verlangen, seinen Herrn und Meister als Oberhaupt Japans zu sehen. Er sieht sich stets in der Rolle des Anhängers, was eigentlich am laufenden Band zu Schlagabtäuschen zwischen ihm und Takeda führt. Überhaupt prügeln sich die Zwei sehr gerne zu jeder erdenklichen Möglichkeit, vor allem aber wenn Takeda ihm mal wieder eine Lektion in Sachen Strategie und Weitsichtigkeit erteilt. Davon einmal abgesehen ist Yukimura ein sehr ehrenhafter und ehrlicher Kämpfer. Das Töten eines unbewaffneten Gegners oder hinterrückses Angreifen sind ihm zuwider.

 

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Oda Nobunaga ist in der ersten Staffel von Sengoku Basara der Hauptbösewicht. Zusammen mit seinen Untergebenen versucht er nicht nur die Weltherrschaft an sich zu reißen, sondern zieht bei der Ausführung eine Spur von Tod und Verderben hinter sich her. Dabei wird auch kräftig Verrat an Verbündeten begangen, alles was man eben so braucht um den Titel als Dämonenkönig auch voll und ganz zu verdienen.

 

Trotz seiner kurzweiligen 12 Folgen bietet Sengoku Basara jedoch eine Vielzahl an anderen Charakteren, die jeweils genug Screentime bekommen um auch im Gedächtnis hängen zu bleiben. Alle hier aufzuführen würde das Review aber um einige Seiten verlängern, also sehe ich an dieser Stelle einmal davon ab.

Die Story selbst ist absolut actionlastig. So actionlastig sogar, dass die physikalischen Kräfte der die Welt normalerweise unterliegt komplett aufgehoben werden. Andererseits ergibt das wieder ganz neue Möglichkeiten, die einfach nur Spaß machen. Tanzende Samurai im Opening? Klar! 6 Schwerter auf einmal? Kein Problem. Hurricane-Attacken die das ganze Schlachtfeld leer räumen? Check. Skyrim-Pferde die einfach mal senkrecht einen Hügel hinaufgaloppieren während der Reiter mit Streitaxt auf deren Rücken steht? Warum nicht?! Allgemein ist Sengoku Basara keinesfalls als wahrheitsgetreue Wiedergabe der Geschichte anzusehen. Die Zeit stimmt, die Namen stimmen, teilweise entfernt auch das Äußere und die Rivalitäten zwischen einzelnen Heerführern kann man größtenteils auch stehen lassen. Im Großen und Ganzen war es das dann aber auch schon. Gut, dass die Macher sich dessen absolut bewusst sind. So kann man sich als Zuschauer einfach zurücklehnen und die verrückte Show genießen. Action, Comedy, tolle Kampfanimationen und eine Prise Drama lassen sich in der ersten Staffel von Sengoku Basara gut unterbringen.

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Wer Samurai, Schlachten, Action und Comedy mag und eine Serie, die sich selbst nicht unbedingt ernst nimmt, dem kann ich Sengoku Basara nur wärmstens empfehlen. Andererseits wird man mit der Ausgabe von FilmConfect früher oder später dann doch an seine Grenzen stoßen, wenn man dem Japanischen nicht gut genug mächtig ist.

 

Über die Synchronisation möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen. Die fehlt bei meinen Reviews sowieso immer, da ich alte Frau zu sehr an OmU gewöhnt bin. Und alten Menschen etwas Neues beibringen ist bekanntermaßen schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Das Problem, das ich mit dieser Gesamtausgabe hatte, war tatsächlich die Qualität der Untertitel.

Rein optisch gibt es nichts auszusetzen. Weißer Text mit schwarzer Umrandung. Gut leserlich, alles top. Wenn ich jetzt aber zur Qualität der Übersetzung übergebe muss ich tatsächlich meine Liste bereitlegen. Und eine Liste über Verfehlungen bei der Übersetzung musste ich bisher tatsächlich noch nicht führen. Um komplett ehrlich zu sein, hätte ich nicht dieses Review zu schreiben, hätte ich die Untertitel spätestens ab Episode 4 komplett ausgeschaltet. Das diese Option im Menü möglich ist, muss man der Ausgabe aber zu Gute halten. Manchmal wird einem diese Variante ja komplett verwehrt.

 

Nun denn. Die Betitelung –sama bleibt schon einmal in den Untertiteln stehen, was ich begrüße. Wenn jedoch ein –san auch ein –sama wird und das –dono wie es einem gerade passt als Meister oder Fürst übersetzt wird, da haben wir dann schon ein Problem. Die Willkürlichkeiten in der Übersetzung reißen auch eigentlich überhaupt nicht mehr ab. Das geht schon in der allerersten Szene los, in der die englisch gesprochenen Sätze von Date Masamune halb Englisch stehen gelassen, halb total idiotisch auf Deutsch übersetzt werden. Wenn ich „PUT YOUR GUNS ON“ höre, in den Untertiteln aber nicht „PUT YOUR GUNS ON“ lese, bekomme ich schon einen leichten Hass, vor allem weil es geradezu DER Catchphrase von ihm ist. Floskeln werden sehr seltsam und unnötigerweise eingedeutscht, kürzere Sätze teilweise komplett weggelassen. Shinobi wird zu Ninja. Bis Folge 8 wird Oda Nobunaga als Teufel-König bezeichnet, was meiner Meinung nach nicht mal eine grammatikalisch korrekte Wortkombination darstellt. Dies ändert sich ab Folge 9 in den Teufelskönig. Besser, trotzdem komisch, da ja auf der Verpackung in der Zusammenfassung vom Dämonenkönig die Rede ist. Die Übersetzung ist teilweise so unnötig frei übersetzt, dass sie eher an ein modernes Kunstwerk erinnert, als das gesprochene anständig widerzugeben. Die wirklich wichtigen Gespräche sind in Ordnung, bei allem Dazwischen kann es vorkommen, dass der Sinn durch die freie Übersetzung auf dem Level von Amerika komplett verloren geht. Ab der zweiten Blu-Ray häufen sich dann auch die Tipp- und Rechtschreibfehler. Die Extras Mini Sengoku Basara habe ich nach Folge 1 mit Untertiteln abgebrochen.

 

Unglaublich Schade, zählt Sengoku Basara als Serie doch zu meinen Lieblingen. An dieser Stelle sei jedoch noch erwähnt, dass der Übeltäter sowohl für Synchro als auch Untertitel bei MyVideo zu finden ist. Warum das Ganze dann aber in so einem Zustand ohne Überarbeitung auf Scheibe gepresst wird, entzieht sich mir jedoch.

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Genug der Kritik, hat die Gesamtausgabe doch auch schöne Seiten, die sich zum Beispiel in den Extras finden lassen. Die Discs beinhalten nicht nur die 12 Episoden, sondern auch die Bonusepisode „Die feuerspuckende Festung am Berg Fuji“, Opening und Ending und die 7-teilige Bonusserie „Mini Sengoku Basara“ mit Mori Motonari und Chousokabe Motochika.

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Das Digipak ist hübsch genug. Vor allem kein FSK-Aufdruck (16, für alle die es interessiert). Das Design des Innenlebens und das der Discs selbst hat mir persönlich am besten gefallen.

Auch das Booklet ist sehr informativ und schön gestaltet. Die ersten 2 Seiten bieten historische Fakten über die Sengoku-Zeit und Date Masamune. Auf Seite 3 und 4 wurde ein Interview mit Regisseur Kawasaki Itsuro abgedruckt und auf Seiten 5 und 6 gibt es Charakterprofile – obwohl man sich über die Auswahl der Charaktere streiten könnte.

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Schönstes Feature der Gesamtausgabe sind dann jedoch – nein, KEINE Postkarten! YAY – sondern Aufsteller! 4 simple laminierte Pappaufsteller der Charaktere Date Masamune, Katakura Kojuro, Sanada Yukimura und Maeda Keiji kann man bei Besitz dieser Box sein Eigen nennen. Ein cooles Gimmick, wie ich finde, habe ich so noch nicht gesehen und es ist definitiv mal etwas Anderes.

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Von der Aufmachung her kann ich die Gesamtbox also absolut empfehlen.

Sengoku Basara gibt es sowohl als DVD als auch auf Blu-Ray und kann hier erstanden werden:

DVD

Blu-Ray

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an FilmConfect für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Re-watch wird es bei mir jedoch ohne Untertitel geben.

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