Endlich ein Blu-Ray Release für eine meiner Lieblingsserien!

Ursprünglich im Jahre 2004 in Japan ausgestrahlt, fand dieser Anime 2006 den Weg nach Deutschland und bekam dieses Jahr von nipponart endlich einen lang ersehnten Blu-Ray Release.

Regie führte niemand geringeres als Watanabe Shinichiro, der einem eigentlich ein Begriff sein sollte. Cowboy Bebop, Michiko & Hatchin, Space Dandy, Terror in Tokyo, um nur ein paar aufzuzählen. Na? Klingelts?

Aber genug Fachgesimpel. Kommen wir zur Story:

 

Eigentlich ist es kompletter Zufall, dass sich Fuu, Mugen und Jin über den Weg laufen. Während Fuu sich in einem kleinen Teehaus als Kellnerin verdingt, trifft sie auf den abgebrannten Mugen, der sich seine Brötchen (oder Dangos) verdienen will, indem er für sie die Schlägertypen aus dem Teehaus vertreibt. Als Jin auch noch die Bildfläche betritt und er (fälschlicherweise) als Handlanger der Schlägertypen identifiziert wird, ist das Chaos komplett. Die Bude brennt, Mugen und Jin werden festgenommen und sollen hingerichtet werden. Doch Fuu eilt ihnen zu Hilfe. Um die Schuld zu begleichen sollen die Zwei sie auf ihrer Suche nach dem „Samurai der nach Sonnenblumen duftet“ begleiten. Und die Reise beginnt.

 

Die Charaktere:

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Fuu

Als weiblichen Lead-Charakter finde ich Fuu absolut spitze. Charakter – stark. Physik – schwach. So kommt es doch des Öfteren mal vor, dass sie entführt wird, was bei ihr aber verwunderlicherweise nie nervtötend wird. Vielleicht weil sie grundsätzlich kein weinerlicher Charakter ist und auch alleine zurechtkommen würde. Nur: Wer will schon alleine sein? Also packt sie sich kurzerhand Mugen und Jin als Leibwächter. Nachdem das Teehaus in dem sie gearbeitet hat niederbrannte, konnte sie sich endlich dazu entschließen ihre Suche nach dem „Samurai der nach Sonnenblumen duftet“ zu beginnen. Wer das jetzt genau ist, bleibt an dieser Stelle ein Geheimnis. Ja, Fuu ist super, einfach weil sie ein Grund auf aufrichtiges und anständiges Mädl ist, mit großem Herz und Mitgefühl, aber immer ihr Ziel verfolgend.

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Jin

Jin, der schweigsame Ronin. Er verließ seinen Dojo um sich auf die Suche zu machen. Nach was, weiss er selber nicht so genau. So trifft er auf Fuu und Mugen, wobei er mit letzterem gleich mal einen Schwertkampf austrägt. Sein Kampfstil ist der klassische Schwertkampf mit Katana und Wakizashi. Und das macht er wirklich gut – will sagen: der Kerl ist richtig stark. Allgemein wirkt er wie der ehrbare, wortkarge Bilderbuch-Samurai, obwohl Mugen und Fuu ihn schon gerne mal an die Grenzen seiner Gelassenheit bringen, was pure Comedy verspricht. Mir kam es so vor, als wäre er der Charakter gewesen, der am wenigsten dagegen gehabt hat in das Dreiergespann aufgenommen zu werden, einfach weil ich mir sicher bin, dass er sowieso keine Ahnung hatte wohin mit sich *lach* So hat er mit der Suche nach dem Sonnenblumen-Samurai wenigstens eine Aufgabe und Weggefährten.

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Mugen

Mugen… ist schon eine Klasse für sich. Im Grunde rennt der Kerl nur durch die Gegend und vermöbelt Leute – dabei ist vollkommen egal ob es sich um Untergebene des Shogunats oder gewöhnliche Banditen handelt. Herausforderungen und starke Gegner sind genau sein Ding. Gesetze und der gesunde Menschenverstand hingegen könnten so als seine Schwächen angesehen werden. Was eventuell daran liegen könnte, dass er auf Ryukyu geboren und aufgewachsen ist – einer Insel die größtenteils nur von abgeschobenen Verbrechern bewohnt wird. Seine geballte Blödheit und Zügellosigkeit könnte mich wahrscheinlich noch 350 weitere Folgen unterhalten, leider hat Samurai Champloo dann doch nur 26 :/ Unschwer abzustreiten ist dieser Breakdance-Berggorilla meine absolute Nummer 1 der Serie. Mugen MUSS man mögen, alles andere wäre gelogen.

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Und als letzten Charakter im Bunde haben wir noch Momo :3

Den/Die ich einfach noch erwähnen MUSS, weil die meisten nicht wissen, dass es diese Art Flughörnchen tatsächlich gibt und dass es von der Optik her eigentlich komplett identisch zu seinem Anime-Pendant ist. Hat man so was schon gesehen? Die Art lebt auf Hokkaido und heißt Ezo Momonga (deswegen auch Momo). Im Anime fällt ihm/ihr die Rolle des Maskottchens zu, obwohl sie/er auch gerne mal eine Nachricht übermittelt oder zu Fuu’s Schutz in Finger beißt. Pure Niedlichkeit 😀

 

Wie oben schon erwähnt umfasst der Anime 26 Folgen, wobei die einzelnen Geschichten entweder episodisch oder in jeweils 2 Episoden abgehandelt werden. Der Weg ist das Ziel ist hier die Devise, so erfahren wir also was den Dreien so auf ihrer Reise alles passiert. Die Balance zwischen Comedy und Ernst finde ich sehr gelungen umgesetzt, von allem ist etwas dabei und nichts fühlt sich überzogen oder gezwungen an.

 

Die Zeichnungen und Animationen sind allererste Sahne. Ich hatte vor dem Anschauen der Blu-Ray schon etwas Bammel, ob mir das einfach nur zu damaligem Stand der Technik so vorkam aber weit gefehlt. Würde man Samurai Champloo in einer Season dieses Jahres laufen lassen, ich glaube kaum, dass sich irgendwer beschweren würde. Würde ich nach der Anime-Szene gefragt, die mich am meisten beeindruckt hätte, würde ich tatsächlich Samurai Champloo wählen. Und zwar die Darstellung einer Nahtoderfahrung eines gewissen Charakters in Folge 14. Nach über 10 Jahren Anime-Schauen scheint mir diese immer noch wie ins Gehirn gebrannt. Die Symbolik, die Visuals, der Schnitt, gepaart mit diesem unglaublich gefühlvollen Enka-Song (Ikue Asazaki – Obokuri Eeumi). Nach all den Jahren bereitet mir genau diese Szene immer noch Gänsehaut und ich kann mich einfach nicht daran satt sehen.

 

Das Ungewöhnlichste an Samurai Champloo und eines seiner charakteristischsten Merkmale dürfte jedoch der Soundtrack sein. Das Setting der Story spielt in der Tokugawa bzw. Edo Epoche (irgendwo zwischen 1603 und 1868; wer mir das weiter eingrenzen kann, sei mein Gast). Statt die Musik dieser Zeit anzupassen hat man sich für einen kompletten Stilbruch entscheiden: Hip-Hop. Und sie taten gut daran. So komisch es auch klingen mag, zu Samurai Champloo passt Hip-Hop wie die Faust aufs Auge. Auch storytechnisch wurde hier etwas herumgespielt, so kann es gut einmal vorkommen, dass vorbeiwandernde Handwerker ein Gerücht vorrappen, schräge Charaktere ihre Erzählungen von einem Handlanger mit Beatbox untermalen lassen oder mal gleich ein Graffiti-Battle ausgetragen wird.

Für den Soundtrack selbst wurden Nujabes, Fat Jon, Force Of Nature und Tsutchie herangezogen. Für Opening, Endings und Insert-Songs unter anderem Shing02, Minmi und Midicronica. Bei den ganzen Leuten ist es dann auch nicht verwunderlich, dass der Soundtrack (Op/Ed Singles nicht mitgezählt) nicht 1 oder 2, sondern ganze 4 CDs umfasst; nämlich Departure, Impression, Masta und Playlist. In Deutschland habt ihr die Möglichkeit, entweder bei EMP oder nipponart selbst, die Gesamtbox mit einer Soundtrack CD zu erwerben, die das OP, ED und die wichtigsten Sounds umfasst. Diese CD kann aber auch einzeln dazugekauft werden.

 

Die Aufmachung der Gesamtbox:

Gefällt mir persönlich sehr gut. Abstriche gibt es dennoch, denn es gibt zwei Kritikpunkte.

  1. Es ist zwar schön und gut und zu begrüßen, dass das FSK16 Symbol auf dem Schuber ein Sticker zum Abziehen ist. Warum man dann aber eines der Artworks auf dem Digipak mit einem FSK16 Aufdruck komplett verschandelt entzieht sich mir jeder Logik.
  2. Die Extras (bestehend aus 3 Postkarten und einem Booklet mit Interviews) sind einfach nur in das Digipak eingeklemmt. Leider gibt es keine Lasche oder sonst etwas, das sie an Ort und Stelle halten. So kommt einem der ganze S*it entgegen geflogen wenn man das Digipak nichtsahnend aufklappt.

Abgesehen davon ist die Gesamtbox sehr hübsch aufgemacht. Die Artworks sehen toll aus, die Blu-Rays im Schallplatten-Look sind klasse. Auch die Artworks der Postkarten sind gut ausgewählt, obwohl sich natürlich immer darüber streiten lässt, wie nützlich Postkarten als Extra sind, da sie ja sowieso zu schön zum weg schicken sind. Das Interview-Booklet bietet einen tieferen Einblick in die Produktion der Serie. Als Extras auf den Blu-Rays gibt es Clear Opening und Ending, sowie Promo-Clips und Originaltrailer.

Und hier kommt die Bilderflut 😀

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Fazit:

Da ich ja praktisch Ewigkeiten auf ein Blu-Ray Release hierzulande gewartet habe, bin ich eigentlich rundum glücklich. Samurai-Action auf 1080p mit hippigem Hop :3 Sowohl die Gesamtbox von nipponart, als auch die Serie selbst kann ich also nur wärmstens empfehlen.

 

Die DVD-Box gibt es hier: Klick

Die Blu-Ray-Box hier: Klick

Und den Soundtrack hier: Klick

Dann hier nochmal ein kräftiges Danke und Banzai an nipponart für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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© manglobe / Shimoigusa Champloos

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