*Achtung! Folgender Artikel beinhaltet ironische und sarkastische Stilmittel, es wird rein subjektiv geschrieben und viele Dinge extra sehr stark überspitzt dargestellt. Es beinhaltet keinen Angriff auf Personen und dient lediglich dem Ausdruck der eigenen Meinung*

Bei der Überschrift denken schon die ersten „Ohh mein Gott, ist das sein Ernst?“. Darauf sage ich nur müde: „Ja!“. Ich möchte tatsächlich heute über das Kaugummithema „Otakus und ihr Bild in der Gesellschaft reden“, aber halt, eins habe ich vergessen. Natürlich beleuchte ich auch die andere Seite. Was denkt der Durchschnitts-Otaku über die Gesellschaft, was grenzt ihn oder besser gesagt uns ab? Bevor ich jetzt die ersten Haterwellen lostrete, auch heute geht es wieder um meinen ganz persönlichen Blick auf die Sachlage und meine eigene Meinung. Dies ist eben die Meinung eines „nüchternen Otakus“.

 

– Was sagt die Gesellschaft –

Die Gesellschaft schießt sich langsam warm im Kampf gegen den nach fetttriefenden und schweißgebadeten Otaku, welcher sich vornehmlich der asiatischen Kultur hingibt und alles was mit dem eigenen Land zu tun hat als schlecht darstellt.

Ach halt, ist das nicht die Definition von Weeaboo?

Naja, in der Gesellschaft kann eben nicht unterschieden werden welcher Unterkategorie man angehört. Alles wird in einen Topf geworfen und verallgemeinert. Da werden schnell Gamer, Otakus und Pädophile in einen Hut gesteckt, alles um ein Thema medienmanipulativ darzustellen und Einschaltquoten in die Höhe zu treiben. Geschickt werden nur extreme Beispiele in Beiträgen verwendet, die nun wirklich kein gutes Licht auf uns werfen. Besonders eine große Medienanstalt übernimmt dabei immer wieder eine Vorreiterstellung und zeigt regelmäßig wie man mit oberflächlicher Recherche und gekonntem Halbwissen Unwahrheiten verbreitet.

Die Genugtuung erhalten diese prompt: Besorgte Eltern reagieren und Hardcore-Weeaboos verbreiten die Inhalte sogar selbst untereinander weiter, um sich “scheinbar“ zusammenzuschließen. Der „Mediengag“ geht auf, die nötige Aufmerksamkeit wird erreicht und die Medienanstalten sind am Ziel. Nicht selten entspricht das Verhalten der gekränkten Otakus genau dem wie sie dargestellt werden; übersentimental und aufbrausend. Ein Strudel tritt auf, die Vorurteile werden von kleinen Gruppen innerhalb der Otaku-Szene bestätigt und diese reicht, um weitere Angriffsfläche zu erhalten.

Wenn man sich nur oberflächlich mit dem Thema Animes und Mangas beschäftigt, stößt man zunächst auf die Inhalte die durch Vorurteile weit bekannt sind. Hentai-Tentakle-Action, Boku no Pico und wie sie alle heißen sind nicht gerade das Material was die Gesellschaft braucht um uns als „normal“ zu betrachten. Extravagante Auftritte und soziales Desinteresse unsererseits unterstützt die Abkoppelung von der Gesellschaft.

Früher, als die Animes noch wie Selbstverständlich Teil der Medienlandschaft waren und sogar explizit als Kindersendungen ausgestrahlt wurden kam es kaum zu negativen Berichten, aber Animes waren nur „Kindersendungen“. Auch heute gibt es immer noch die zwei Extreme. „Was, du schaust Anime? Du Kind!“ Auch gut: „Was, du schaust Anime? Du Perverser!“. Spätestens jetzt gibt es die ersten Facepalms und dennoch sind diese Provokationen Alltag. Gegen eine so verbohrte und durch „Scripted-Reality“ verblödete Gesellschaft anzukämpfen ist, wie gegen Windmühlen zu kämpfen. Man kann es probieren, muss man aber nicht. Außerdem hat sich das gesellschaftliche Feindbild in Bezug auf die Jugend und ihrer vermehrten Vorliebe ausgeweitet. Wir haben jetzt nicht nur das Bild eines koffeinsüchtigen Minderjährigen, der zu einer gepflegten und natürlich blutrünstigen Runde Ego-Shooter einlädt. Nein, wir haben viel mehr auch das Bild eines Mannes im mittleren Alter, der sich in seinem Zimmer, welches voller Ecchi Poster hängt und sich einen auf gezeichnete Frauen „wedelt“. Vorzugshalber sind diese Frauen auch noch minderjährig und bieten daher noch mehr Angriffsfläche.

Ich überspitze das Thema absichtlich um die Absurdität zu verdeutlichen. Es geht hier schon lange nicht mehr um konstruktive Kritik, die die Gesellschaft versucht an uns zu üben, als vielmehr eine Hetzjagd nach der nächsten Sensation und wenn man diese selbst durch falsche Berichterstattung herbeiführen muss.

 

– Was sagen die Otakus –

Zu aller negativen Kritik an der deutschen Mediengesellschaft muss man festhalten, dass einige der Vorurteile selbst verursacht sind.

Wie bereits erwähnt trägt der Otaku durch seine Reaktionen auf die Art der Medienhetze stark zu seinem eigenen Medienbild bei. Jedoch sind auch andere Punkte aus der Sicht des Otakus zu beachten.

Zum einen ist nicht jeder Otaku gleich. Es gibt genug, die sich selbst für einen halten und Stolz darauf sind und es gibt welche, die es selbst nicht zugeben wollen. Extravaganz und Desinteresse für den sozialen Umgang zu Nicht-Otakus kommt dabei auch bei vielen Hardcore-Otakus vor, wodurch sie Provokationen, wie sie in Form der Medien gestaltet werden durchaus offen annehmen.

Unter die friedliche Szene mischt sich vermehrt die Art von Otakus, die im Allgemeinen auch Weeaboos genannt werden. Ich nenne sie absichtlich auch Otaku, da Otaku eigentlich nichts anderes heißt, als dass man von etwas Fan im extremen Sinne ist und das trifft auch auf Weeaboos im Allgemeinen zu. Die Weeaboos sind Experten darin, die eigene Szene zu verunglimpfen. Dabei schaffen sie es, andere Otakus zu nerven und gleichzeitig das Bild der Medien auf alle zu verschlechtern. Sie sind generell gegen alles was die Medien tun, selbst wenn diese relativ neutral sind. Besonders oft kommen auch Beschwerden zu den wenigen Animes die noch im deutschen Fernsehen laufen. Entweder sind diese schlecht synchronisiert oder die Sendezeiten sind einfach Mist.

Zugegeben, damit könnten sie teilweise recht haben, aber was erwartet man in einem Land geprägt von „Scripted-Reality“? Zu den Sendezeiten als man noch höchstens den „Pillermann“ von Son Goku sehen konnte, sieht man jetzt Großstadtproleten, welche sich vorzugweise in großen WGs zusammentun um dort gesellschaftlich angesehene Dinge zu tun wie Drogen nehmen oder Geschlechtskrankheiten auszutauschen. Ich kannte mal ein Deutschland, welches im Fernsehen teils wirklich hochwertige Sendungen gebracht hat, die eine ganze Generation von Otakus heute noch beneiden und die zusätzlich ihren Hass schüren.

Weitere Punkte aus der Sicht des Otakus kann man anhand eines Sprichwortes ableiten: „Wie man in den Wald schreit, so hallt es hinaus“. Das ist die Reaktion auf die Sprüche die man sich anhören muss. Die fehlende Toleranz, da viele auch einen extremeren Style mögen, müssen sie sich in der Bahn oder sonst wo anhören. Vieles wird gesagt, bei dem die Angesprochenen nach außen hin abgeklärt tun, innerlich jedoch brodeln.

Ich selber bin ganz normal gekleidet. Lediglich in meinem Zimmer kann ich meine Otaku-Herkunft nicht mehr verbergen. Das Merchandise, meine Mangas, meine Animes und anderes für mich sehr dekoratives Zeug von hohem sentimentalem Wert zeigt doch jedem relativ schnell, wofür ich mich interessiere. Wie ich reagieren würde wenn ich deswegen angegriffen würde, weiß ich offen gesagt nicht. Aber gerade weil wir keine oder kaum Toleranz erfahren, muss doch die Szene selber die Toleranz aufbringen und einen Schritt Richtung Aufklärung tun. Es fehlt an vielen Ecken das beiderseitige Verständnis. Es wird sich gar nicht erst die Mühe gemacht Oma Emma mit ihren 70 Jahren zu verstehen, die alle Asiaten zu den Chinesen zählt, egal ob es sich dabei um einen Taiwanesen handelt oder einen Japaner. Es wird auch nicht versucht den Familienvater, der in der Woche seine 50 bis 60 Stunden schruppt, zu verstehen, dessen einzige Entspannung im abendlichen Konsum der mäßig recherchierten Nachrichten einer privaten Sendeanstalt liegt.

Toleranz für Intolerante sollte sich diese Szene auf die Fahne schreiben. Zeigt Toleranz und nicht Intoleranz. Zeigt Verständnis und ändert was daran und wenn es nur so Texte wie meine sind. Zeigt der Welt, dass wir auch normal, dass wir auch Intelligent sind. Gebt den Weeaboos die ein negatives Beispiel darstellen klar zu verstehen, dass wir ab jetzt tolerant sind, offen und selbstkritisch. Die Medien haben nur so lange eine Angriffsfläche wie wir es zulassen. Solange es innerhalb unserer Gemeinschaft selbst solche Konflikte gibt und diese darin resultieren, dass wir ein schlechtes Bild auf uns selber werfen, solange werden wir auch das schlechte Bild von der Gesellschaft und somit unser eigenes schlechtes Bild auf die Gesellschaft behalten.

 

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Viel Spass und bis dann, euer AniManisch!

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2 Kommentare

  1. Es bringt nichts, zu versuchen, auf die Medien einen guten Eindruck zu machen, weil wenn die Medien jemanden verleumden wollen, dann tun sie das. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Sendeanstalt öffentlich-rechtlicher oder privater Natur ist.(Siehe Ukraineberichterstattung oder die Diffamierung diverser Einzelpersonen.)
    Ich finde es übrigens ein Unding zu sagen, dass jemand nicht zur Otaku-Gemeinschaft dazugehört, weil irgendwelche Voraussetzungen nicht erfüllt werden von ihm. Meiner Meinung nach ist jeder Otaku, der sich als solcher bezeichnet.
    Liebe Grüße 🙂

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