Hallo zusammen!

Heute möchte ich ein etwas ernsteres Thema ansprechen, welches mich nun auch schon länger beschäftigt. Ihr habt ja eventuell meinen letzten Artikel über meinen persönlichen Weg zum Otaku gelesen. Dort habe ich auch beschrieben, dass es einige Zeit gedauert hat bis ich Kontakt zu anderen Anime-Fans hatte und genau das soll mein heutiges Thema widerspiegeln, weil so ein Aufeinandertreffen nicht immer die pure Sympathie hervorgebracht hat.

 

– Begegnung der „eigenen“ Art –

Prinzipiell bin ich eigentlich der eher schüchterne Mensch der sich vor allem im realen Leben erst vorsichtig an andere Personen herantastet. So war es auch als ich das erste Mal Kontakt mit Menschen hatte die wie ich Interesse an Japan haben. Da ich nur aus einem kleinen Dorf komme und dieses bis dato nur zwecks meines vergangenen Studiums verlassen hatte, kannte ich auch im „Reallife“ keine Otakus. So blieb mir als einzige Alternative das Internet.

Schnell stieß ich auf verschiedene Portale – zunächst fernab der Facebook-Communities. Darunter waren Gastspiele bei einem Anime Internet-Radio, welches eine sehr nette Community hatte oder auch einfach nur Foren, die für Animebegeisterte ausgelegt waren. Ich konnte endlich mal mit Gleichgesinnten schreiben und fand daran gefallen. Aus dieser Zeit kann ich auch nur wenig Negatives über diese Menschen sagen. Es war ein respektvoller Umgang der mich sogar bestrebt hat dieses Hobby zu intensivieren.

Ich begann nebenbei selber auf Youtube Videos mit Anime und Manga Inhalt zu machen. Immer noch war die Community in meinen Augen durchweg sehr nett. So kam es auch, dass ich zum ersten Mal auf einer Convention war. Mit der Erwartung, dass es dort voll wird und nur Gedränge und Geschubse herrscht bin ich dort angereist, aber zu meiner Überraschung hielt sich dies in Grenzen. Wie es sich gehört habe ich das volle Programm erstmal genossen. Ganze 3 Tage war ich dort und konnte so einiges beobachten. Mir fiel auf, dass viele eine richtige Gruppe hatten und der Zusammenhalt schien von außen betrachtet einfach toll. Ich selber hatte zu diesem Zeitpunkt im eigenen Freundeskreis außer flüchtigen Bekannten kaum Anime- oder Mangafans. Mein Entschluss war gefasst: Ich wollte dies ändern!

 

– Facebook und seine Gruppen –

Natürlich geht sowas nicht von heute auf morgen, aber man kann ja klein anfangen. Ich bin in Sachen Facebook eigentlich ein richtiger Noob und habe mich sehr lange gegen dessen Einsatz gewehrt, aber es schien eine sehr einfache Alternative zu sein um ebenfalls in Gruppen Gleichgesinnte, eventuell auch Personen zu finden die in der Nähe wohnen, um so auch endlich Freunde zu finden die man „face-to-face“ treffen kann.

Gesagt, getan. Das Angebot war üppig: Erste Beiträge wurden verfasst, einfache Fragen und auch erste Freundschaftsanfragen mit Gleichgesinnten führten ab und an zu längerem Smalltalk, jedoch nicht zu festeren Freundschaften. Dafür sind es doch meist etliche Kilometer die einen trennen.

Aber davon sollte ich mich nicht entmutigen lassen. Also steigerte ich meine Aktivität und las sehr viele Beiträge. Und genau hier beginnt es leider hässlich zu werden. Nach und nach schaffte es die Szene sich mir endlich zu offenbaren. Ich las unbegründete Anfeindungen, sogar Beleidigungen. Die bis dahin so ruhmreiche Animeszene, welche ich mir ausgemalt hatte, begann langsam aber sicher zu bröckeln. Auf keiner anderen sozialen Plattform habe ich teilweise solch niveaulose Kommentare gelesen. Manchmal konnte man auch gewisse Posts verstehen, aber mein Eindruck wurde ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Liegt es nur an der EINEN Gruppe oder ist dies überall so? Ich bin mittlerweile in sehr vielen Gruppen mal aktiv, mal passiv und sehe oft nur dezente Unterschiede im Verhalten. Es ist als gäbe es mehrere Gruppen die sich allein wegen Nichtigkeiten am liebsten an die Gurgel gehen wollen.

 

– Verschiedene Gruppierungen –

Da hat man zum Beispiel die Teilzeit-Otakus wie meine Wenigkeit, die sich eben nicht 24/7 mit Japan bzw. mit Animes auseinandersetzen. Ich schreibe eher weniger in die Gruppen, nur zu Themen die mich wirklich interessieren und bei den meisten Angelegenheiten halte ich mich lieber raus.

Trotzdem denke ich, haben auch Teilzeit-Otakus wie ich eine Berechtigung diesem Hobby zu frönen, genauso wie auch die Hardcore-Otakus. Es gibt dann immer wieder diejenigen, die auf den ersten Blick „dumme“ Fragen stellen, aber wenn man von vornherein dafür nur, ich sage mal, müde belächelt wird, dann vergeht einem als Neuling eventuell schnell die Lust an dieser Szene. Dabei wollen wir alle, dass unser Hobby doch von noch mehr Leuten geteilt wird. Leider vermisse ich diese Einstellung manchmal bei dem ein oder anderen. Diese „Art“ der Otakus war eine Art „Vorreiter“ und hat vermutlich als erstes viele unbekannte Animes gesehen und fühlt sich manchmal gekränkt, dass gerade der Anime den er doch als allererstes gesehen hat nun so populär ist, sodass er alles an ihm schlecht reden muss.

Es kam mir sogar manchmal so vor, als wären diese Leute wirklich darüber sauer, dass sie sich nicht mehr über ihren Geschmack an Animes differenzieren können. Eine weitere Form die ich oft beobachtet habe sind die „Möchtegern“ Otakus. Dies soll niemanden angreifen, auch diese Gruppe hat durchaus seine Berechtigung, denn jeder fängt mal irgendwie an und auch ein Hobby muss erst begonnen werden. Auch wenn es manchmal nervt ewige Vergleiche zu lesen wie „Son Goku macht Naruto und alle anderen platt“, so tragen sie dennoch dazu bei, dass eine Community lebt. Schließlich bringen solche Posts Unmengen an Interaktion, leider auch von der unschönen Sorte.

Nach dem wir nun die Teilzeit-Otakus, die Möchtegern-Otakus und die Vorreiter-Otakus durch haben, gibt es ja immer noch die Hardcore-Otakus. Mit dieser Gruppe ist wenig zu spaßen. Sie sind Experten in der japanischen Szene, kennen eventuell sogar den Stadtplan von Akihabara auswendig und wissen genau wo sie bestellen müssten um den heißesten Scheiß aus Japan zollfrei zu verschiffen. Nein, Spaß beiseite, es gibt wirklich einige die sich persönlich angegriffen fühlen wenn man etwas falsches, beispielsweise über ihre Lieblingsserie sagt.

 

– Facebook, das Otakumedium? –

Ich könnte ewig weiter machen mit den Arten von Menschen denen ich schon ganz speziell auf Facebook begegnet bin. Teilweise sind die von mir genannten richtig harmlos gegen die, die es sonst noch so gibt. Der „Lol-Poster“, der „habt ihr süße Kawaii-Bilder-Frager“, der „Boku-no-Pico Troll“, all das sind Personen die man womöglich auf dieser Plattform zu Gesicht bekommt. Diese nun auch aus meiner Sicht zu beleuchten würde jeglichen Rahmen sprengen und eventuell, falls ihr es wünscht, mache ich mal einen Blog nur über diese Arten von Facebooknutzern in Animegruppen.

Meiner Ansicht nach ist das nämlich genau das Problem. Facebook ist eben keine reine Otaku Community, hier mischt sich alles und wer wirklich Interesse hat sich intensiver mit der japanischen Popkultur zu beschäftigen sollte womöglich auch auf andere Plattformen ausweichen. Facebook ist eben nicht das reine Otakumedium. Wer ein dickes Fell hat kommt auch gegen die Miesepeter an. Denen macht es dann auch nichts aus, arrogant belächelt zu werden wenn er seine Meinung vertritt und hat auch Spaß dabei, denn darum sollte es ja gehen. Ich hoffe, dass mein Bild der teilweise zerrütteten Animewelt wieder zu mehr Einheit und Einklang führt. Vielen Dank fürs Lesen! Wenn ihr mir und dem Blog helfen wollt, dann zeigt es einfach euren Freunden. Ich würde mich sehr darüber freuen!

PS.: Welche Gruppen kennt Ihr so und wen findet ihr am nervigsten?

LG euer AniManisch

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1 Kommentar

  1. Mad Scientist on

    Erstmal sorry das ich zu all den Artikeln erst so spät meine Meinung abgebe, aber bin erst spät auf sie aufmerksam geworden.

    Persönlich finde ich es richtig schade, dass selbst die Anime Kultur, die so eine Nische ist es nicht schaft gemeinsam, in einem freundlich Ton, motiviert zusammenzuarbeiten. Warum kommt es mir so vor, dass man komplett alleine ist, wenn man über ein Thema reden will? Warum gibt es solche Anfeindungen zwischen den Fans?
    Vielleicht leigt es doch an der Größe der Community, nämlich in der Hinsicht, dass bei einer großen Community nur die besseren Fans/Otakus „überleben“ und die anderen ignoriert werden.
    Eine funktionierende und offene Community würde sicherlich so einigen helfen Kontakte zu festigen bzw. neue zu schließen.

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