Ohayou gozaimasu und ein ganz besonderes „Hallo“ an meine männlichen Mitotakus. Heute geht’s um etwas ganz Privates, nämlich dem Dating-Verhalten unserer Spezies. Dazu möchte ich euch gerne meine Geschichte erzählen und schonungslos alle Illusionen zerstören, die der ein oder andere in Bezug auf weibliche Wesen hat. Im Wesentlichen geht es um die Vorstellungen die viele haben wenn es darum geht, eine „japanische Lotusblume“ oder das süße „Otaku Girl“ von nebenan zu daten. Fernab von allen Klischees möchte ich jedoch zu Beginn festhalten, dass es auch unter uns Männern recht nette Exemplare gibt, die durchaus Chancen bei realen Frauen verdient haben, jedoch oft entweder einfach zu schüchtern sind oder zu wenig Selbstbewusstsein aufweisen. Besonders an diese Personen richte ich diesen Artikel, denn aufgeben war gestern. Also schnappt euch einen Notizblock und lernt aus meinen Fehlern und an alle Frauen die eventuell diesen Artikel lesen, seid nicht zu hart und gebt den Jungs die nötige Zeit.

 

– Das Otaku Girl –

Für jeden „Oatku / Nerd“ ist es wohl das Größte, seinen weiblichen Gegenpart zu finden. Das bedeutet entweder Hardcore Anime-Fan, Hardcore Gamerin oder sonstige Charakterzüge, die einem Otaku gerecht werden. Die Erwartungen weichen jedoch sehr oft von jeder Realität ab. Selbst die krasseste „Otaku-Braut“ will nicht nur Animes schauen, selbst die „heftigste Gamerin“ hat nicht immer Lust mit euren Joysticks zu spielen. Bei aller Zweideutigkeit: Worauf ich hinaus will ist, dass jeder Mensch seine Bedürfnisse hat und es ist stets nicht nur die bloße Zier auf diese einzugehen. Vergesst einmal die neuste Episode von Naruto, wenn ihr stattdessen der Frau dessen Herz ihr stehlen wollt den „Hof machen“ könntet. Nur weil man dasselbe Hobby teilt heißt es nun eben nicht, dass dies auch die einzige Basis sein muss. Stellt euch folgendes Szenario vor: Ihr lernt durch Zufall genau so jemanden kennen, ihr überwindet eure Schüchternheit und gelangt zu eurem Ziel, einem Date! Freude macht sich bis in die letzte Haarspitze breit, der Kopf bereitet schon geistig die kommenden schönen Stunden auf der Couch oder im Bett vor, wie ihr euch gemeinsam heiße Ecchi-Streifen reinzieht, nur um danach selbst „Ecchi“ zu werden. Seid ihr an diesem Punkt? Dann STOPP, das ist viel zu früh, geschweige denn, dass alle Mädchen Ecchi mögen. Geht langsam ran beschnuppert euch, habt ihr außer dem einen Hobby auch andere gemeinsame Hobbies? Die Erwartungen können auf beiden Seiten auseinander gehen, seid offen und ehrlich, vermeidet Missverständnisse. Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass man Beziehungen nicht auf der Basis EINES gemeinsamen Hobbies stützen kann, es gehört schon mehr dazu. Auch das Klischee, dass Otaku-Girls anders ticken als andere Mädchen kann ich nicht bestätigen. Sie wollen auch umsorgt werden oder Zuneigung erhalten. Mühe geben ist also nie falsch, natürlich gibt es sicher Ausnahmen, aber deswegen spreche ich auch ausdrücklich von meinen eigenen Erfahrungen. Es ist sehr schön wenn man es schafft und so einen Partner findet der das Hobby nicht nur toleriert sondern auch teilt. Auch die gemeinsamen Aktivitäten können so stressfreier abgestimmt werden, aber wer jetzt wieder denkt „GEIL, dann kann ich meine Freundin ja zu Cons mitnehmen und sie kann mit mir cosplayen“, der sollte sich dem möglichen Streit-Potential bewusst sein. Auf einer Convention zu sein wo möglicherweise ein Großteil eures Freundeskreises auch ist, sofern dieser eben auch das Interesse dazu hat, bedeutet auch, dass man loslassen muss; die eben noch harterkämpfte Freundin teilen. Sie rennt womöglich gerade mit einem „Free Hugs“- Schild wildfremden Männern in die Arme. Als Single-Mann war das immer toll, so hat man sich gern zumindest ein bisschen die körperliche Nähe abgeholt, aber nun als „fester Freund“ der besagten Person kann schnell mal die Eifersucht aufkommen. Ein verwandtes und doch oft nicht bedachtes Thema ist auch hier die Wahl des Cosplays: Aufreizende Cosplays an Frauen sehen finden doch viele von euch gut oder? Wie sieht es denn aus wenn nun die eigene Freundin dabei ist? Teilt ihr gern die Blicke mit den anderen Jungs? Natürlich sind das nun Szenarien die mehr oder weniger schon Extremfälle präsentieren, aber die rosarote Welt gibt es so nicht. Es liegt an euch was ihr erwartet.

 

– Die japanische Lotusblüte –

Eine wohl noch extremere Form des „Otakultiismuses“ beschränkt sich auf die männlichen Wesen, die unbedingt eine wirklich echte japanische Frau daten wollen. Aufgebaut auf vielen Vorurteilen und Meinungen die sogar durch die Medien verbreitetet werden, macht sich der Otaku auf die Jagd nach einem der seltenen Exemplare in der deutschen Wildbahn. Zunehmende Trefferquoten in deutschen Großstädten begünstigen sein Begehren. Aus meiner Erfahrung heraus weiß ich, dass einige der Anime- und Manga-Anhänger die asiatische Typ-Frau sehr attraktiv finden. Dementsprechend erhoffen sich auch einige aus einer solchen Beziehung eine ehrliche und treue Frau die das entsprechende Verständnis für das Hobbys Anime/Manga aufbringt. Mal davon abgesehen, dass der Wunschgedanke bei vielen ist, dass japanische Frauen generell Mangas und Animes lieben. Mit einigen dieser Vorurteile muss ich gleich aufräumen. Die japanischen Frauen unterscheiden sich teilweise nur kaum von den europäischen oder gar von den deutschen Frauen. Alle haben je nach Charakter ihre Eigenheiten, was einen aber noch lange nicht dazu veranlassen sollte, dass man mit einer Japanerin direkt eine süße „Tsundere“ heiraten kann. Kulturell bedingt können natürlich Unterschiede auftreten, aber ob diese sich in Eigenschaften wie Treue und komplette Hingabe widerspiegeln wage ich mehr als zu bezweifeln. Warum ich auf diese Annahmen komme? Ich hatte selbst die Chance ein Date mit einer Japanerin zu haben und dies lief nicht darauf hinaus, dass wir uns wilde Diskussionen zu Animes oder Mangas geliefert haben. Es kann sogar völlig gegen ihre Interessen laufen, wie bereits im letzten Artikel „In Kontakt treten mit der japanischen Popkultur“ geschildert wurde. Nicht jeder Japaner ist begeistert von diesem Teil der Popkultur, nein, auch das Wort Otaku sollte man nicht gegenüber jedem in den Mund nehmen. Weitere Vorurteile, dass die japanischen Frauen schüchterner sind oder gar nur den ersten Schritt machen, wenn sie sich sicher sind, dass es der Richtige ist, kann ich auch nicht bestätigen. Auch wenn ich gerade viele Männerträume von japanischen Mädels die im Maid-Kostüm ihren Mann hingabevoll bedienen platzen sehe. Schminkt es euch ab! Es soll auch gar nicht das Ziel sein, Frauen derart an sich zu binden, es sollte ein Geben und Nehmen sein. Dementsprechend sind auch ihre Bedürfnisse. Zwar gehen in Japan auch sehr viele Männer fremd, doch auch die Frauen suchen sich oft vor allem in jungen Jahren ihre körperlichen Bestätigungen. Das heutige Japan aus Sicht der Jugend ist schnelllebig und anstrengend, Beziehungen werden nicht selten als eine Art Last angesehen, was auch auf viele der jungen Japanerinnen zutrifft, die es nach Deutschland verschlagen hat. Die Meisten haben weniger das Ziel eine Partnerschaft mit jemandem einzugehen der sie nur aufgrund ihrer Herkunft interessant findet. Bei allen Vorlieben bleibt auch hier nichts anderes übrig als dennoch die Person im Vordergrund zuhalten.

Nun komme ich zum Ende und ich hoffe, dass ihr einige Tipps oder auch Lehren aus diesem Artikel zieht. Natürlich gibt es immer auch Andere die genau andere Erfahrungen gemacht haben, aber wenn die Liebe kommt, ist es egal woher diese kommt oder was diese hauptsächlich als Hobby betreibt und dann ist es auch eine Lovestory die besser ist als Twilight 😉 in diesem Sinne bis zum nächsten Mal!

– AniManisch

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1 Kommentar

  1. Netter Bericht zum Schmunzeln und Nachdenken (ok, das nicht wirklich), zu meiner Schande leider erst jetzt entdeckt. 😉
    Alles, was ich dazu sagen kann, ist, dass Anime/Manga/Games/Visual Novels etc. pp. trügerische Ideale erschaffen, die man tunlichst nicht mit der Realwelt vermischen sollte. Kein Mensch ist im realen Leben so wie in Animes, schon gar nicht, was weibliche Charaktere betrifft, ganz zu schweigen von solchen mit Attributen wie „moe“ oder „kawaii“. Also, im „Real-Life“ immer schön die Normalo-Programmroutine laufen lassen und AT-Feld auf MAX, sonst wird´s böse, zumindest aber peinlich. :p

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