Ghost-in-the-Shell-Stand-Alone-Complex-Wallpaper-HD-1600x12002Ghost in the Shell sollte eigentlich fast jedem Anime Fan was sagen. Der 1995 veröffentliche Kinofilm von Mamoru Oshii, der auf Grundlage des gleichnamigen Mangas (Mai 1989 bis November 1990 / 11 Kapitel) von Masamune Shirow beruht, fegte wie ein Feuersturm über große Teile des Erdballs und begeisterte Millionen von Menschen für Anime. Der Einfluss des Werkes ist unverkennbar groß. So groß, dass Steven freakin Spielberg persönlich die Rechte für einen Kinofilm lizenziert hat und Scarlet Johansen in nicht allzu ferner Zukunft als Motoko Kusanagi über die Leinwand hüpfen wird. 6 Jahre nach dem Release des ersten Films, würde das Franchise mit Ghost in the Shell Stan Alone Complex seine langerwartete Serien Adaption bekommen und um die ersten 26 Episoden dieser, geht es in der heutigen Review auch.

 

 

Die Handlung ist im Jahre 2030 in der japanischen Stadt New Port City angesiedelt, in der die Mitglieder der Spezialeinheit Sektion 9 mit der Aufklärung verschiedener Fälle von Kriminalität, Spionage und Terrorismus betraut werden. Hierzu zählt auch der so genannte Fall des Lachenden Mannes, der bereits vor mehreren Jahren für Aufsehen sorgte, von der zuständigen Abteilung der Polizei jedoch nie aufgeklärt werden konnte. Im Laufe der eigenen Ermittlungen stellen die Mitarbeiter von Sektion 9 fest, dass der Fall des Lachenden Mannes wesentlich komplexer ist, als dies zunächst den Anschein hat und sich die alles auslösende Entführung zu einem Fall von Wirtschaftskriminalität ungeahnten Ausmaßes entwickelt, in den neben Mitgliedern der Polizei auch Angehörige der Regierungspartei verstrickt sind.
ghost_in_the_shell_stand_alone_complex_individual_eleven9Hört sich erst mal leicht trocken und kriminell komplex an, ist es teilweise auch und das ist nur gut so. Schließlich haben wir es hier nicht mit irgend einem X beliebigen feel good Anime Matsch zu tun, den man sich mal eben nebenbei auf dem Klo anschaut, sondern mit Ghost in den Shell und der Name steht eben unter anderem für absolute Substanz. Cyberpunk, Verschwörungs Theorien, Philosophie, Psychologie, Gesellschaftskritik, Ethische Grundsätze, künstliche Intelligenz, Politik, Korruption, die Ghosts etc. All das ist und viel mehr an anspruchsvollem Material, ist hier auf wirklich absolut konstantem Wege mit von der Partie und somit ist das Niveau eben auch dementsprechend hoch. Wem bei den meisten aktuellen Anime Produktionen schon der Kopf anfängt zu rauchen, der nimmt sich für SAC besser eine Woche Urlaub oder lässt es am besten ganz bleiben.

 

 

Denn es fängt schon bei der Struktur an. SAC erzählt sich nicht sequenziell, stattdessen setzt sich der Anime aus zwei verschiedenen Plot Elementen zusammen. Die „Stand Alone Episoden“ geben Einblick in den Alltag und die Arbeit von Sektion 9. Wir folgen ihnen in immer neue Abenteuer, Fälle und Ermittlungen und können dabei einiges über den Cast, die Welt und der in dieser lebenden Gesellschaft herausfinden, während bei den „Complex Episoden“ Dder Focus auf dem Main Plot rund um den „lachenden Mann“ liegt. Wer jetzt bei den „Stand Alone Episoden“ denkt: Heut zu Tage nennt man sowas auch Filler-Episoden, der Liegt nicht richtig aber auch nicht prinzipiell falsch. Wie der 2005 veröffentlichte (meines Wissens nicht auf Deutsch erhältlich) Compilation Film „Ghost in the Shell: Stand Alone Complex: The Laughing Man“ beweist, ist es sicherlich möglich die Stand Alone Episoden komplett zu ignorieren, allerdings geht dabei dann auch wieder so viel an Informationen zu der Welt und Bindung zum Cast flöten, dass der Main Plot nur noch in einem halb so coolen Licht erstrahlt. Denn Fakt ist: Einige der „Stand Alone Episoden“ hauen in 20 Minuten mehr an Story raus, als es heute ganze Shows oder Anime Film Produktionen schaffen. Was traurig, erstaunlich und erschreckend zugleich ist.

 

 

4097098196_8ba018cecd_oSAC lässt sich einfach Zeit und hetzt nicht wie bescheuert von Event zu Event, was dem „Charakter development“ unheimlich zu Gunsten kommt. Was die Hauptcharaktere angeht, besitzt jeder eine einzigartige Persönlichkeit und On-Screen Präsenz. Im Zuge der 26 Episoden entfaltet und entwickelt sich hier einiges und all das geschieht mit äußerster Präzision und Liebe zum Detail. Die Chemie zwischen einem Cast, ist wohl immer der Schlüssel zum Erfolg eines jenen und hier macht SAC einfach alles richtig. Doch nicht nur was die Hauptcharaktere angeht, ist hier alles over 9000. Der Anime vermag es Charakteren, von denen manche nur Bestanteil einer Folge sind, tiefe zu verleihen die ich, achtung hier kommt’s, wieder bei vielen Hauptcharakteren heutiger Anime Produktionen nicht finden könnte, selbst wenn ich mit dem Hubble Teleskop draufhalte. Ist so, weil ist so und wieder ist es traurig, erstaunlich und erschreckend zugleich. Aber weiter im Programm.

 

 

 

Ghost in the Shell und der Sound, das war schon 1995 im Film etwas ganz besonderes. Und das hat sich mit Stand Alone Complex in keinster Weise geändert. Auch wenn diesmal nicht Kenji Kawai die Tunes komponierte. Sein Nachfolger ist eine Person, die bei manchen wohl schon einen Göttlichen Status angesichts ihrer wirklich unzähligen Produktionen für Namenhafte Anime, Games und Realfilme erreicht hat. Um mal ein paar Titel im Anime Bereich zu nennen: Cowboy Bebop, Escaflowne , Wolf’s Rain, Darker than Black, Porco Rosso, Please Save My Earth, Record of Lodoss War, RahXephon und seit neustem auch Terror in Tokyo. Wir sprechen von niemand geringerem als der berühmten Komponistin Yoko Kanno. Ihre Arbeit im Bezug auf SAC ist meiner Meinung nach zwar lange nicht einer ihrer besten, aber auf jeden Fall absolut solide. Erwähnenswert: Für ihrer Arbeit an SAC, wurde sie mit dem Preis für „Best Music“ in der Kategorie „TV Series“ bei den Tokyo Anime Awards 2003 ausgezeichnet.

 

 

Ghost_In_The_Shell_-_Stand_Alone_Complex_-_Wallpaper_02_-_1024x768Animation & Look: SAC ist mittlerweile 13 Jahre alt und dementsprechend wird es heute wohl niemanden mehr so richtig aus den Socken hauen. Allerdings braucht sich Stand Alone Complex vor anderen Veröffentlichungen aus dem Jahre 2002 in keinster Weise zu verstecken, ganz im Gegenteil. Ich würde sogar behaupten, dass SAC da in punkto Qualität und Look ganz oben mitspielt. Das Anime wie Naruto, Chobits , Full Metal Panic oder Inuyasha da locker abgehängt werden, ist klar und spontan fällt mir eigentlich auch nur RahXephon ein der ähnlich gut aussieht, wobei das auch wieder schwierig ist. Ist ja eigentlich auch egal. Fakt ist SAC ist auch heute noch schön anzusehen. Beim CGI, vorallendigen bei dem im Intro will ich zwar jedes Mal aus dem Fester springen, aber hey, thats just me.

 

 

Fazit: Ghost Shell Stand Alone Complex ist Science fiction, Cyberpunk, Action, Krimi & Thriller vom feinsten. Absolut intelligent, anspruchsvoll und gut durchdacht. Wer Psycho-Pass, Ergo Proxy, oder Serial Experiments Lain gut fand, kann hier getrost zugreifen und diesen Klassiker nachholen. Perfekter Zeitpunkt, da nipponart zum 26.6 die komplette erste Staffel als Collectors Edition auf 4 Blu-Ray’s bzw. 6 DVD’s veröffentlicht. Die Qualität dieser, ist wie gewohnt vom feinsten. Davon durfte ich mich im Vorfeld überzeugen, wofür ich mich an dieser Stelle auch rechtherzlich bedanke möchte. An alle Lesern, danke für eure Zeit.

 

Bis zum nächsten Review, euer Mikhail.

 

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Die DVD-Box gibt es hier
Die Blu-Ray-Box gibt es hier

© 2002-2004 Shirow Masamune-Production I.G/KODANSHA

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