Hallo zusammen und damit willkommen wieder bei einem neuen Blog mit dem Lustigsten oder nicht Lustigstem was mir in letzter Zeit so passiert ist. Über Weihnachten war ich bei meiner Familie zu Hause, es sollte eine Entspannung werden von den letzten stressigen Monaten und um einfach mal wieder daheim zu sein.

 

Mein Hobby wurde entdeckt

Eigentlich kann man es für kaum möglich halten, dass meine Familie praktisch nichts über mein Hobby „Anime“ oder auch das YouTube-Leben von mir weiß, aber das ist tatsächlich so. Sie wussten von meinem Let’s Play Kanal und dass ich gerne Videos schneide und bearbeite, aber was ich da sonst so treibe, das wussten sie nicht. Ich muss jetzt leider „wussten“ schreiben, denn an Weihnachten kam es ans Licht. Ich muss dazu sagen, es ist nicht schlimm, dass ich dieses Hobby habe oder dass ich über Anime- und Manga-Themen Vlogge. Es ist einfach nur der Unterschied der Generationen, weswegen ich ihnen meine Werke nicht unter die Nase halte. Dennoch ist es passiert, meine Mutter wollte mal wissen was ich denn jetzt außer Videos zu Spielen noch so mache.

Um es ihr etwas einfacher zu machen und ihr zu zeigen, dass ich dies nicht immer so ernst meine, wählte ich ein Video aus in dem mein „Zwillingsbruder“ aka Kurisu aufgetreten ist. Meine Mutter schien dies entgegen meiner Befürchtung zu gefallen. Ich denke sie war schlichtweg überrascht, dass ich alleine einen „Zwillingseffekt“ hinbekommen habe, wie sie es sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Im Allgemeinen ist meine Familie sehr selten auf YouTube und kennt auch nicht die relativ hohe Qualität, die auch schon von kleinen YouTubern täglich produziert wird. Von diesem kleinen Video angetan musste fortan bei jeder Gelegenheit darauf verwiesen werden. So wurde nach und nach jedes Familienmitglied mit der Frage begrüßt: „Kennst du schon den Zwillingsbruder von Christian?“. Anfangs recht amüsant wurde es mir mit der Zeit immer peinlicher, dass ich nun allen zeigen musste was ich dort eigentlich mache.

 

Anime ist doch dieser Porno oder?

Den wahren Knüller jedoch zündete meine Schwester mit der Aussage: „Ich dachte Anime ist alles Porno“, wahrscheinlich geht jetzt hier dem ein oder anderen der Hut hoch und man fragt sich zu Recht: Wie kann die Schwester eines GO-Redakteurs aka Anime/Manga-YouTubers sowas denken und wieso hab ich sie nicht längst aufgeklärt?! Ja das Ganze ist auch berechtigt, aber es ist nun mal so, dass ich nicht unbedingt so krass danach aussehe oder sich meine einzigen Themen nur um Japan drehen.

Meine Schwester wusste zwar, dass ich auf Japan und alles drum herum stehe, aber sie hat ja auch keinen Anlass gehabt sich damit zu beschäftigen. Naja, immerhin hat sie es wohl nicht als so katastrophal empfunden und mich als „notgeilen“ kleinen Sack irgendwo einliefern lassen. Ich wusste auch nicht ob ich lachen oder heulen sollte als meine Schwester tatsächlich mit Klischees aller Tentakel Hentai um die Ecke kam.

Meine Reaktion war eher defensiver Natur. Anime ist viel mehr als Hentai, man unterscheidet auch hier zwischen allen denkbaren Genres, viele Animes haben extrem tiefgründige Storylines etc. pp, das waren meine Argumente. Das leuchtete allen auch ein bis sie auf ein weiteres Video von mir gestoßen sind.

 

Kurisu ist kein Paradebeispiel eines Animefans

Ich habe in Kurisu zwar lediglich eine satirische Rolle geschaffen, aber muss man dazu sagen, dass man auch nur als Insider dies verstehen kann und es gibt da ein Video über den „Oppai-King Issei“ (Highschool DxD), welches man als Außenstehender – naja, man kann sagen – verstörend finden könnte. Dort zeige ich nämlich sehr wohl, dass Anime gern und oft auch berechtigt mit nackter Haut und sexuellen Inhalten in Verbindung gebracht werden kann.

Dieses Video wurde dann leider auch von meiner Familie begutachtet mit dem Resultat: „Ey da sind ja Brüste zu sehen, ist das ein Porno?“, „Christian, was guckst du dir da eigentlich an?“ Über die nachfolgenden Diskussionen kann man sich sicherlich seine eigenen Vorstellungen machen. Zu meinem Vorteil habe ich bereits ein Alter erreicht, in dem Eltern ohnehin nichts mehr machen können, aber auch ich habe mich in diesem Moment wieder wie zarte 15 gefühlt und als ob ich gerade dabei erwischt worden wäre, wie ich meinen eigenen Körper entdecke.

In solchen Situationen muss man einfach einen kühlen Kopf bewahren oder eine coole Familie haben. Ich denke, ich hatte noch sehr viel Glück. Leicht konnte ich vom Thema ablenken und glaubhaft machen, dass dies eben meine satirische Rolle gibt und der Anime im Hintergrund gar nicht so schlimm ist bzw. kein Porno.

 

Die Aufklärung

Was besonders gut geholfen hat, um meine Familie „aufzuklären“ waren Beispiele von Animes die eigentlich jedem bekannt sein sollten, wie beispielsweise Heidi, Captain Future oder auch Biene Maja. Ich meine das sind zwar nicht die Ersten die einem einfallen aber die, die wohl den Meisten bekannt und selbst oft angesehen worden sind. Damit erwischt man gerade ältere Personen dabei, dass sie gar nicht wissen wie vielseitig Animes sind und das man recht hat, wenn man sagt es gibt so viele Anime-Genres.

Nachdem ich diese Aufzählung gebracht habe, hat man schon ein leichtes bis starkes Verwundern in den Augen gesehen. Danach war es relativ leicht mit Argumenten „Pro Anime“ zu diskutieren. Ich glaube es liegt auch daran, dass es wirklich etwas ist, wo meine Eltern merken, dass ich es sehr gerne mache. Ich teile das Hobby auch mit meiner Freundin, was sie auch wissen und akzeptieren. Es ging eher darum, dass sie nicht wussten was Animes überhaupt sind? Und ich glaube nach diesem Weihnachten wissen sie es wohl besser als vorher.

Wenn es euch auch so ergangen ist oder ihr in einer ähnlichen Situation seid, in der ihr euch für euer Hobby rechtfertigen müsst – sei es jetzt YouTube oder Anime allein – dann schreibt es doch mal in die Kommentare oder macht mit beim „Wie sage ich es meinen Eltern …“ – Anime-TAG mit.

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2 Kommentare

  1. Ebenfalls lustig geschrieben und zum Schmunzeln. Ich vermeide es tunlichst andere auf dieses eine meiner Hobbys aufmerksam zu machen, wird eh keiner verstehen, bzw. ist es mir zu mühselig alles zu erklären und im Übrigen sehe ich es auch gar nicht ein, mich da auf irgendeine Weise rechtfertigen zu müssen. Da unterscheide ich auch grundsätzlich: Hier ich mit meinem Hobby und da die anderen mit ihrem Kram. Da gibt´s keine Überschneidungen, einzige Ausnahme (mit Abstrichen) sind da meine Eltern, die immerhin schon mal SAO (zumindest bis Folge 14, die Teile danach waren ja eh nicht so dolle) mit mir gesehen haben. Da gibt´s ja auch die ein oder andere Szene, die nicht so ganz unkritisch ist. 😉
    Gab aber keine irritierten Kommentare oder so. Hab aber auch Sachen, die ich lieber nicht zeigen würde, von daher sollte man gut abwägen, was man „zumuten“ kann. :p
    Zeug wie Highschool DxD oder He is my Master wären z. B. ein absolutes No-Go, sowas wie One Piece, Dragonball, usw. ist dagegen absolut kein Problem.

  2. Achja, Rechtfertigung für Hobbies und Interessen, ich glaube, das kennt jeder. Ich selbst muss mich fast tagtäglich dafür rechtfertigen, großer Fan von Haftbefehl zu sein. Da ich bei der Sache fast jeden Rapper Deutschlands und allgemein fast die komplette Musikpresse auf meiner Seite habe, fällt es mir mittlerweile jedoch leichter, mich da zu verteidigen. Wenn es um Animes geht, gibt es in meinem Umfeld weniger das Problem mit dem „Porno“-Stigma als das „Kinderfernsehen“-Problem. Klar, Animes sind vom rein expliziten größtenteils für alle Altersgruppen zugänglich, da Hentai schließlich nur ein Genre ist und Animes mit stärkerer Gewaltdarstellung zwar existent, jedoch stark in der Unterzahl sind, allerdings sind die Inhalte und die Charaktere oft etwas, was sich nur mit viel Auseinandersetzung und Verstand erfassen, begreifen und vor allem zelebrieren lässt. Hier ist es aber wesentlich schwieriger, dass ganze den Leuten beizubringen, da man eher weniger Unterstützung durch größere Namen hat und das Klischee durch Facebookposts über Animes, die man ja in der Kindheit so sehr genossen hat, noch unnötig bekräftigt wird.
    Du scheinst ja eine Familie zu haben, die offener mit der Sache umgeht und auch mal bereit ist, die eigenen Vorurteile aufzugeben, wovor man durchaus den Hut ziehen, nachdem er wie du sagtest, hoch ging.

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