Ame & Yuki hatte ich schon seit Ewigkeiten auf der Watch-Liste. Dank den netten Leuten bei Kazé konnte ich ihn mir jetzt auch endlich einmal ansehen 😀

In Deutschland sollte einem Hosoda Mamoru eigentlich langsam ein Begriff sein. Ame & Yuki ist nämlich tatsächlich schon sein dritter Film. Seine Vorgänger sind die nur allzu bekannten Filme „Das Mädchen, das durch die Zeit sprang“ und „Summer Wars“ (auch erschienen bei Kazé).

Und auch jetzt bin ich mir ziemlich sicher, dass ich diesen Mann weiter verfolgen werde. Bald steht ja der nächste Kinofilm vor der Tür, aber da „The Beast and the Boy“ wohl noch etwas auf sich warten lässt bis er auch hierzulande erscheint, begnügen wir uns heute mit Ame & Yuki 🙂

Die Story:

Die Studentin Hana begegnet einem Wolfsmann und ist sofort verzaubert von ihm. Die märchenhafte Liebe der beiden wird von der Geburt zweier Kinder gekrönt: der älteren Schwester Yuki und dem kleinen Bruder Ame, „Schnee“ und „Regen“, benannt nach dem Wetter am Tag ihrer Geburt. Obwohl beide Wolfskinder sind, könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Yuki ist wild und neugierig, Ame dagegen sehr schüchtern. Zurückgezogen aber glücklich lebt die Familie in der Stadt, bis plötzlich der Vater stirbt. Hana zieht daraufhin aufs Land, um ihren Kindern fernab der Zivilisation ein unbeschwertes Leben zu ermöglichen, egal ob als Mensch oder als Wolf. Und tatsächlich: Während Yuki gern zur Schule geht und Freunde findet, schlägt Ame nach und nach eine ganz andere Richtung ein …

Die Charaktere:

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Hana kann wohl unumstritten zum Hauptcharakter erklärt werden. Obwohl der Titel die Kinder nennt, geht es eigentlich um ihr Leben, ihre Entscheidungen. Sie ist unglaublich willensstark, ist aber auch gleichzeitig der Ruhepol der kleinen aber feinen Familie. Ihre bedingungslose Liebe zu ihren (Wolfs-)Kindern spielt natürlich die größte Rolle und ist wohl auch das, was sie immer wieder antreibt und zum Aufstehen zwingt wenn sie einmal am Boden ist. Wenn ich sie mit nur zwei Wörtern beschreiben müsste, dann wäre das „bewundernswerte Mutter“. Ich glaube das bringt es gut auf den Punkt und war natürlich von Hosoda-sensei so vorgesehen und wurde zur Perfektion umgesetzt.

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Yuki, Hanas Tochter, ist das erste Kind das auf die Welt kam. In jungen Jahren unglaublich ungestüm und neugierig. Sie kann praktisch nicht stehen bleiben. Dabei wechselt sie je nach Gemütslage unermüdlich zwischen ihrer Menschen- und ihrer Wolfsform. Das alles soll sich später einmal ändern, aber weiter vorgreifen will ich in der Geschichte dann auch nicht. Außerdem sei gesagt, dass Yuki im Film den Part des Erzählers übernimmt.

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Ame, der Sohn, ist natürlich ganz anders als Yuki. Ein bisschen klein, ein bisschen schwächlich – das perfekte Nesthäkchen – und so kommt es auch, dass er zuerst oftmals die Nähe seiner Mutter sucht. Nach einem einschneidenden Erlebnis ändert sich jedoch seine Einstellung fast vollständig und er beginnt, seinen eigenen Weg zu suchen und zu finden.

 

Der Film hatte mich eigentlich schon ab der ersten Szene in seinen Bann gezogen. Nach bester Hosoda-Manier werden hier Szenen aneinander gereiht, die eigentlich schöner nicht sein könnten. Vor allem wenn es dann später aufs Land geht blüht der Hintergrund geradezu auf. Die Darstellung der Natur, das Wolken- und Schattenspiel. Es ist wundervoll mit anzusehen.

Ein bisschen habe ich den Filmeabend dann doch vor mich hergeschoben, da mich die extreme Länge des Films erst einmal überfordert hat. Man muss ja auch mal schlafen und für den nächsten Tag auch fit sein. Tatsächlich hat Ame & Yuki eine Spielzeit von 117 Minuten. Nimmt man sich jedoch dann einmal die Zeit wird man weder enttäuscht, noch gelangweilt. Wer denkt, dass sich das Ganze dann wohl ziehen muss und langatmig wird, der hat sich stark getäuscht. Ich persönlich bin ja mittlerweile der Meinung, dass der Film diese Spielzeit braucht und auch verdient, wird hier doch die Geschichte über einen Zeitraum von 13 Jahren erzählt.

Und die Geschichte ist wirklich wunderschön. Absolut empfehlenswert für jeden, bei dem es nicht immer actiongeladen sein muss sondern einfach mal tolle Visuals mit sehr einfühlsamem Plot zu schätzen weiß, der einem Nahe geht und das Herz erwärmt.

Was dann auch noch das Herz erwärmt und – zumindest bei mir – auf die Tränendrüse drückt ist das Titellied. „Okaa-san no Uta“, gesungen von Ann Sally und komponiert von Takagi Masakatsu. Wie der Name schon sagt ist der Liedtext aus der Sicht einer Mutter bzw. wohl aus der Sicht von Hana geschrieben. Ein sehr leichtherziger, unschuldiger und herzlicher Text mit sehr viel Gefühl vorgetragen. Eine Live-Version gibt es übrigens als Extra mit Takagi-sensei als Begleitung am Klavier.

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Das Digipak von Kaze kommt im Schuber mit sehr schlichtem, aber auf jeden Fall zum Film passenden, Design. Vor allem die skizzenhaften Zeichnungen die hier eingebracht wurden gefallen mir sehr gut. (FSK LOGO, KAZÉ! FSK LOGO *Faust schüttel*)

Als Extra gibt es noch 3 Zusammenschnitte jeweils eines Hauptcharakters zu bewundern, sowie Interviews, Filmaufnahmen diverser Kinopremieren und Trailer.

Kaufen könnt ihr den Film hier als

DVD

Blu-Ray

An dieser Stelle noch einmal recht herzlichen Dank an Kazé für das Rezensionsexemplar.

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